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Studienplan
für den Diplomstudiengang Mineralogie
INHALT
GEGENSTAND DES STUDIUMS
Die Mineralogie befaßt sich in Forschung und Lehre mit den Materialien der anorganischen Natur und mit anorganischen
kristallinen Substanzen und Werkstoffen. Dabei werden die Physik und Chemie dieser Stoffe charakterisiert, analysiert und
theoretisch zu verstehen versucht. Besonderes Interesse gilt dabei den quantitativen Aspekten der vielfältigsten Prozesse, welche in
diesen Stoffen ablaufen (interkristalline Prozesse in Mineralen und künstlichen Einkristallen) oder welche heterogene
Vielstoffsysteme (Gesteine, Werkstoffe) betreffen, wie zum Beispiel: Kristallwachstum, heterogene chemische Reaktionen in
Gesteinen und Magmen, Reaktionen zwischen Gesteinen und wässrigen Lösungen. Die mineralogische Wissenschaft erfordert
umfangreiche Kenntnisse aus den naturwissenschaftlichen Grunddisziplinen Physik, Chemie, physikalische Chemie und
Mathematik. Diese werden hauptsächlich im Grundstudium bis zum Vordiplom erworben. Nach dem Vordiplom gliedert sich das
Studium der Mineralogie an der Universität Freiburg in zwei Fachrichtungen:
KERNFACH A: Kristallographie und Materialwissenschaft
Die Kristallographie befaßt
sich mit der räumlichen Anordnung der Atome (Struktur) in der kondensierten
Materie, mit den Änderungen des strukturellen Aufbaus, sowie mit den
physikalischen, chemischen, materialwissenschaftlichen und technischen
Eigenschaften fester Stoffe. Der Schwerpunkt der Ausbildung liegt in
Freiburg bei den anorganischen Materialsystemen. Der interdisziplinäre
Charakter der Kristallographie stellt sich in der Lehre nach dem Vordiplom
wie folgt dar:
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Es werden vertiefte Kenntnisse in benachbarten Fachgebieten, wie Physik, Chemie, Mathematik, Festkörperelektronik,
Halbleitertechnologie, Röntgenbeugungsmethoden etc. erarbeitet.
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Es wird ein Überblick über die vielfältigen Aspekte eines Festkörpers im Rahmen einer materialwissenschaftlichen Ausbildung
erworben, von der Synthese und Züchtung über Struktur und Kristalldefekte bis zu technisch interessanten Eigenschaften von
Einkristallen und Vielkristallsystemen.
KERNFACH B: Mineralogie, Petrologie und Geochemie
Das Hauptinteresse der Fachgebiete des Kernfachs B
gilt heute überwiegend der Erforschung der Feinstruktur und der thermochemischen
Eigenschaften von Mineralen (Mineralogie), von mineral- und gesteinsbildenden
Prozessen (Petrologie) in Erdkruste und Erdmantel und deren Zusammenhang
mit der Geodynamik, von chemischen Eigenschaften und Vorgängen in der
Litho-, Hydro-, und Atmosphäre (Geochemie, Hydrochemie), sowie der Genese
und Auffindung von nutzbaren Mineralvorkommen (Lagerstättengeologie).
Mineralogische Forschung umfaßt also umfangreiche Teilgebiete der allgemeinen
Erdwissenschaften. Darüber hinaus sind aber auch technische Aspekte
in der Anwendung auf die anorganische Industrie wichtig: Keramik, Baustoffe,
feuerfeste Materialien, Schlacken, Supraleiter u.a. (Angewandte Mineralogie,
Materialwissenschaften). Sie benutzt hochentwickelte analytische Methoden
zur Diagnose und Analyse von anorganischem Material. Bei der allgemeinen
mineralogischen Grundausbildung wird besonderer Wert auf quantitatives,
prozeßorientiertes Denken gelegt. Neben der Ausbildung in analytischer
Geochemie zur Erarbeitung von benötigten Daten, spielt die Arbeit am
Computer eine wichtige Rolle. Die konkreten Fragestellungen bei Diplom-
und Doktorarbeiten kommen, neben Problemen aus der Angewandten Mineralogie,
vorwiegend aus dem Gelände. Deshalb wird auf eine sorgfältige Geländeausbildung
(Exkursionen, Kartierkurse) großer Wert gelegt.
AUFBAU UND DAUER DES STUDIUMS
Das Studium gliedert sich in zwei Abschnitte, das Grundstudium (1. bis 4. Fachsemester) und das Hauptstudium (5. bis 8.
Fachsemester). Das Studium wird am Ende des neunten Semesters mit der Abgabe der Diplomarbeit abgeschlossen.
DAS GRUNDSTUDIUM
(1. bis 4. Fachsemester bis zum Vordiplom):
Das Grundstudium ist für die beiden Hauptrichtungen der Mineralogie (Kernfach A und B) gleich. Es dient der
naturwissenschaftlichen Grundausbildung in den Fächern Kristallographie, Mineralogie, Chemie, Physik, Mathematik und
Geologie. Notwendig sind gute Sprachkenntnisse in Englisch.
DIE DIPLOM-VORPRÜFUNG
Durch die Diplom-Vorprüfung soll nachgewiesen werden, dass die naturwissenschaftlichen Grundlagen des Faches und eine erste
systematische Orientierung erworben wurden, um das Studium erfolgreich weiterführen zu können.
Die Diplom-Vorprüfung besteht aus mündlichen Prüfungen in vier Fächern (Dauer der Prüfungen jeweils 30 Minuten).
Prüfungsfächer sind:
Für Hochschulwechsler gilt: eine an einer anderen
Hochschule im Geltungsbereich des Grundgesetzes abgelegte Diplom-Vorprüfung
wird anerkannt, wenn die Gleichwertigkeit festgestellt wird. Fehlende
Lehrveranstaltungen sollen nachgeholt werden. Studienleistungen werden
anerkannt, wenn die Gleichwertigkeit festgestellt wird. Zeitpunkt
der Prüfung Die Diplom-Vorprüfung im Fach Mineralogie soll spätestens
bis zum Beginn des fünften Fachsemesters abgelegt sein. Die Diplom-Vorprüfung
einschließlich etwaiger Wiederholungsprüfungen muss spätestens zu Beginn
des 7. Fachsemesters abgelegt sein, danach besteht kein Prüfungsanspruch
mehr. Ausnahmen von dieser Bestimmung sind nur möglich, falls das Nicht-Ablegen
der Prüfung nicht selbst verschuldet wurde.
DAS HAUPTSTUDIUM
(5. bis 8. Fachsemester, nach der Diplom-Vorprüfung)
Voraussetzung für die Fortführung des Studiums im Hauptstudium ist die bestandene Diplom-Vorprüfung. Im Hauptstudium
besteht die Möglichkeit, sich in einer der beiden Kernfach-Richtungen zu spezialisieren:
Dabei werden spezielle Kenntnisse in modernen Arbeitsmethoden wie Röntgenographie, Kristallzüchtung, geochemische Analytik,
numerische Simulation von geochemischen Prozessen, spezielle optische Methoden, Physikalische Chemie vermittelt, sowie
Kartierungen und Exkursionen durchgeführt.
DIE DIPLOM-HAUPTPRÜFUNG
Das Studium wird mit der Diplom-Hauptprüfung in der Regel am Ende des neunten Semesters abgeschlossen; sie besteht aus der
mündlichen Prüfung am Ende des achten Semesters und der daran anschließenden Diplomarbeit.
DIE MÜNDLICHE PRÜFUNG
Die mündliche Prüfung umfaßt Einzelprüfungen in zwei
Pflichtfächern (Prüfungsdauer jeweils 45 Minuten) und in zwei Wahlpflichtfächern
(Prüfungsdauer jeweils 30 Minuten). Die Prüfungen sollen in einem Zeitraum
von 4 Wochen am Ende des achten Semesters abgelegt werden.
PFLICHTFÄCHER sind:
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Kernfach A: Kristallographie und Materialwissenschaft
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Kernfach B: Mineralogie, Petrologie und Geochemie
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Petrologie und Geochemie
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Mineralogie
WAHLPFLICHTFÄCHER sind:
DIE DIPLOMARBEIT
In der Diplomarbeit soll nachgewiesen werden, daß ein Problem aus
der jeweiligen Fachrichtung selbständig mit den wissenschaftlichen Methoden
des Faches bearbeitet werden kann. Gruppenarbeiten sind zulässig, wenn
genau erkennbar ist, welcher Abschnitt von wem erstellt wurde.
Das Thema der Arbeit kann nur einmal innerhalb der ersten zwei Monate
geändert werden. Die Diplomarbeit muß spätestens drei Monate nach
der mündlichen Prüfung begonnen und nach Beginn innerhalb sechs Monaten
fertiggestellt werden. Eine Verlängerung ist in Ausnahmefällen auf Antrag
möglich.
DIE PROMOTION:
Eine Promotion im Fach Mineralogie ist nach der Promotionsordnung der Geowissenschaftlichen Fakultät nur nach einem
bestandenen Diplomexamen möglich. Die Themenvergabe ist durch die begrenzte Anzahl von Arbeitsplätzen in den Instituten nur
beschränkt möglich. Die Institute sind nicht verpflichtet, Themen zu vergeben. Dissertationen am Institut für Mineralogie, Petrologie
und Geochemie werden im Rahmen von mineralogischen, petrologischen, geochemischen, hydrochemischen oder
vulkanologischen Forschungsprojekten durchgeführt. Am Kristallographischen Institut werden hauptsächlich praxisbezogene
Themen zur Kristallzüchtung, zur Phasenanalyse in Mehrstoffsystemen oder zu kristallphysikalischen und
materialwissenschaftlichen Untersuchungen vergeben.
TÄTIGKEITSFELDER UND BERUFSCHANCEN:
Das Tätigkeitsfeld der Diplom-Mineralogen und Diplom-Mineraloginnen ist in der Praxis sehr weit gespannt. Für beide
Fachrichtungen "Kristallographie und Materialwissenschaft" und "Mineralogie, Petrologie und Geochemie" ergeben sich attraktive
und vielseitige Berufschancen in Forschung, Industrie und Dienstleistungsbetrieben. Hier sollen nur die wichtigsten Gebiete und
Einsatzfelder genannt werden:
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Universitätsinstitute
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Forschungsinstitute der Max-Planck- und der Fraunhofer-Gesellschaft
sowie materialwissenschaftlich und werkstoffwissenschaftlich orientierte
Großforschungseinrichtungen (z.B. KFA Jülich, KFZ Karlsruhe, IKZ
Berlin)
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Geologische Landes- und Bundesämter
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Gutachter- und Beraterfirmen (Baugeologie, Grundwasser, Umwelttechnik, Altlasten, Landesplanung, Rohstoffe, u.v.a.). Auch
internationale Consulting Firmen
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Staatliche und private Stellen und Programme zur Entsorgung von radioaktiven und anderen Abfällen, Sanierung von Altlasten,
usw)
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Chemische Industrie
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Halbleiterindustrie
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Mikrosystemtechnik-Industrie
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Umweltschutz (Staubbekämpfung, Bausteinverwitterung, Gewässerverschmutzung u.a.m.)
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Materialprüfungsämter
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Bergbau, Montangesellschaften, Metallhütten und Aufbereitung bergbaulicher Rohstoffe
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Prospektion von Rohstoffen in den Entwicklungsländern
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Zement, Glas, Keramik, feuerfeste Steine
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Kristallzüchtung für die Industrie (Halbleitertechnik, Lagersteine, Schmucksteine, Optik u.a.m.)
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Anorganisch-chemische Grundstoffindustrie (Rohstoffe und Verarbeitungsprodukte, Farben, Schleif- und Poliermittel,
Reaktortechnik u.a.m.)
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Edelsteinhandel / Edelstein-Gutachterfirmen
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Erdölindustrie
ZULASSUNGSVORAUSSETZUNGEN
ZULASSUNGSVERFAHREN
für Studienanfänger: Es bestehen keine Zulassungsbeschränkungen. Die an der Universität Freiburg verfügbaren Studienplätze werden von der
Universität nur zum Wintersemester vergeben.
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Deutsche Studieninteressierte, sowie Ausländer und Staatenlose, die eine deutsche Studienberechtigung besitzen
(Bildungsinländer) sowie Staatsangehörige eines Mitgliedsstaates der Europäischen Gemeinschaft bewerben sich beim
Studentensekretariat der Universität.
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Ausländische Bewerber anderer Nationalität und Staatenlose, die nicht Bildungsinländer sind, richten ihre Bewerbung an das
Akademische Auslandsamt der Universität Freiburg.
Für Universitätswechsler:
Auch für Bewerber ab dem zweiten Fachsemester bestehen keine Zulassungsbeschränkungen.
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Deutsche Hochschulwechsler richten ihre Bewerbung an das Studentensekretariat der Universität
Freiburg
-
Ausländische Hochschulwechsler richten ihre Bewerbung an das Akademische Auslandsamt.
TERMINE UND FRISTEN
Bewerbung:
zum Wintersemester 01.06. - 15.07. (Ausschlußfristen)
zum Sommersemester 01.12. - 15.01. (Ausschlußfristen)
Einschreibungen:
nähere Angaben im Zulassungsbescheid
Vorlesungsbeginn:
Wintersemester: etwa Mitte Oktober
Sommersemester: etwa Mitte April
STUDIENBERATUNG AN DER UNIVERSITÄT
Zentrum für Studienberatung und Weiterbildung:
Sedanstr. 6
Tel.: 0761/203-4246
http://www.zsb.uni-freiburg.de
Studienfachberater:
Herr Prof. Dr. Reto Gieré,
Institut für Mineralogie, Petrologie und Geochemie,
Albertstr. 23b,
79104 Freiburg,
Tel.: 0761/203-6409,
Sprechzeiten nach Vereinbarung
Herr Dr. A. Danilewsky,
Kristallographisches Institut,
Hermann-Herder-Str. 5,
79104 Freiburg,
Tel.: 0761/203-6450
Sprechzeiten nach Vereinbarung
WEITERE HOCHSCHULADRESSEN
Studentensekretariat:
Fahnenbergplatz
Tel.: 0761/203-4236/37/38/39/40
http://www.verwaltung.uni-freiburg.de/Zsa/113stud.htm
Zentralstelle für studentische Angelegenheiten - Abtgl. für Ausländerstudium:
Fahnenbergplatz
Tel.: 0761/203-4371
http://www.verwaltung.uni-freiburg.de/zsa/zsa_ausl.htm
Fakultät:
Fakultät für Chemie, Pharmazie und Geowissenschaften
Dekanat:
Albertstr. 21a,
79104 Freiburg
Tel.: 0761/203-3516
http://www.chemie.uni-freiburg.de/dekanat/dekanat.html
Institute:
Institut für Mineralogie, Petrologie und Geochemie
Albertstraße 23b,
79104 Freiburg
Telefon: 0761/203-6396 (Sekretariat Frau Höher)
http://www.minpet.uni-freiburg.de/
Kristallographisches Institut
Hebelstraße 25,
79104 Freiburg
Telefon: 0761/203-6440 (Sekretariat Frau Eckmann, Frau Milatz)
home
Prüfungsamt:
Prüfungsamt (Vor- und Hauptprüfung)
Fakultät für Chemie, Pharmazie und Geowissenschaften
Albertstr. 21a,
79104 Freiburg
Tel.: 0761/203-5976
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